Besucherzahlen


Besucher heute:27
Besucher gestern:59
Besucher gesamt:107512
Besucherrekord:190

Award 9/2008

gold_fisch09_08

Aussenfilter Fluval 404 in der Praxis
Benutzerbewertung: / 1
SchwachPerfekt 
Geschrieben von: Axel   

 

Es war geplant, ein 50cm Rohr mit 10 Bohrungen, als Auslaufrohr auf der Längsseite des Aquariums, zu verwenden. Meine Bemühungen  den Durchfluss und die Stärke des Wasserstrahls zu berechnen, scheiterten kläglich. Also blieb mir nichts anderes übrig, die Werte in praktischen Versuchen zu ermitteln.

versuch_fluval404_006.jpg Der Topffilter ist vom Hersteller mit einem Filterdurchlauf von 850 Liter pro Stunde angegeben.
Die maximale Wassersäulenhöhe wird mit 2,05m angegeben. Diese Werte beziehen sich auf einen Versuchsaufbau mit gleichlangen Schläuchen. Auf die Bestückung der Filterkästen geht die Firma nicht ein. Es ist davon auszugehen, dass die Werte mit der mitgelieferten Standardbestückung aus Kohle und Biomax ermittelt wurden. Somit galt es als erstes zu überprüfen, ob die vom Hersteller angegebenen Werte erreicht werden.

 

 

 

Versuchsaufbau

 

Versuch 1:

versuch_fluval404_012.jpgDer Wasserbehälter und der Filter wurden auf das gleiche Niveau gestellt. Der Zulauf wurde auf 150 cm zugeschnitten, der Ablaufschlauch wurde auf 3m verlängert. Bei der vom Hersteller angegeben maximalen Wassersäule von 2,05m, sollte somit der Wasserstand im senkrecht hängenden Schlauch bei 2,05m stehen bleiben und somit einen Druck von 0,205 bar erreichen. Um den Wert ablesen zu können, wurde der letzte Meter des Schlauches durch einen durchsichtigen Schlauch verlängert.

Ergebnis: Wassersäule steht bei 2,0m

 
Somit wird der von dem Hersteller angegebene Wert fast zu 100% erreicht.
 

 

Versuch 2:

versuch_fluval404_007 Der Wasserbehälter und der Filter wurden auf das gleiche Niveau gestellt. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Der Auslauf wurde nicht reduziert. Die Messung wurde über 60 Sekunden durchgeführt.

 

 

Ergebnis: Wasserlieferung  801,6 l/h

 
Der Versuch zeigte, dass die Pumpe mit meiner Befüllung aus Biomax und HMF Schwamm 93% des vom Hersteller angegebenen Durchflusses erreicht.
 

Versuch 3:

Der Wasserbehälter und der Filter wurden auf das gleiche Niveau gestellt. Der Zulaufschlauch wurde auf 150 cm und der Ablaufschlauch auf 75 cm Länge zugeschnitten. Der Auslauf wurde nicht reduziert.
Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.

Ergebnis: Wasserlieferung  840 l/h

 
Der Versucht zeigte, dass die Wassersäule bzw. das Wasservolumen im Schlauch, sowie die Schlauchwand der Pumpe einen Wiederstand entgegensetzt. Mit einem kürzeren Auslaufschlauch ist dieser Wiederstand geringer und  die Pumpe erreicht fast die vom Hersteller angegebenen 850 l/h. Dieser Versuch hatte für mich mehr theoretischen Charakter, da der Filter unter dem Becken stehen sollte und somit ein so kurzer Schlauch nicht möglich ist. Deshalb wurden alle weiteren Versuche mit einem Höhenunterschied von 128cm zwischen Filter und Wasserbehälter und einer Länge von 1,5m durchgeführt. Dies entspricht genau dem Abstand zwischen Filter und Beckenoberkante meines  Aquariums.
 


Versuch  4:

128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Auslauf wurde nicht reduziert. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.

Ergebnis: Wasserlieferung  804 l/h

 
Mit diesem Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Zu dem Wiederstand im Ablaufschlauch kam jetzt noch der Verlust durch den Höhenunterschied. Jedoch schien gleichzeitig sich der Eingangsdruck im Zulaufschlauch durch den darüber stehenden Behälter zu erhöhen, ( Prinzip der kommunizierenden Gefäße)  was sogar zu einer leicht erhöhten Wasserlieferung führte.
 

 

Versuch 5:

Auslaufbogen Fluval 128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde der mitgelieferte Wasseraustrittsstutzen montiert. Die Messung wurde über 60 sec durchgeführt. Zusätzlich wurde nun auch gemessen, wie hoch das Wasser in der Senkrechten spritzt (Wurfhöhe), um daraus abzuleiten wie stark die Strömung (Fließgeschwindigkeit) sein könnte.

Ergebnis: Wasserlieferung  708 l/h,  Wurfhöhe  23cm

 
Das war die erste große Überraschung. Der Hersteller gibt zwar eine Wasserlieferung von 850 l/h an, aber bei dem Aufbau der mitgelieferten Standardteile mit Ansaugrohr und Austrittsstutzen, werden nur 83 % der Herstellerangaben erreicht.
 

 

Testauslaufrohr In den nun folgenden Versuchen wurde der Wasseraustrittsstutzen durch ein Kunststoffrohr mit 17mm Innendurchmesser und 10 Bohrungen im Abstand von 5 cm ersetzt.

 

 




Versuch 6:

128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde das 55cm lange Auslaufrohr montiert. Lochdurchmesser  2,5 mm. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.

Ergebnis: Wasserlieferung  504 l/h,  Wurfhöhe 80 cm

Versuch 7:

128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde das 55cm lange Auslaufrohr montiert. Lochdurchmesser  3,0 mm. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.

Ergebnis: Wasserlieferung  600 l/h,  Wurfhöhe 60 cm

Versuch 8:

128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde das 55cm lange Auslaufrohr montiert. Lochdurchmesser  3,5 mm. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.

Ergebnis: Wasserlieferung  660 l/h,  Wurfhöhe 55 cm

Versuch 9:

128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde das 55cm lange Auslaufrohr montiert. Lochdurchmesser  4,0 mm. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.

Ergebnis: Wasserlieferung  708 l/h,  Wurfhöhe 33 cm

Versuch 10:

128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde das 55cm lange Auslaufrohr montiert. Lochdurchmesser  4,5 mm. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.

Ergebnis:  Wasserlieferung  726 l/h,  Wurfhöhe 20 cm

Hier die Ergebnisse im Überblick:

Versuch Höhe Art Wasserlieferung Wurfhöhe
2 0m 1,5m Schlauch ohne Red. 13,3 l/min   ~   801,6 l/h
-
3 0m 0,75m Schlauch ohne Red. 14,0 l/min   ~   840,0 l/h -
4 1,28m 1,5m Schlauch ohne Red. 13,4 l/min   ~   804,0 l/h
-
5 1,28m 10 Bohrungen a´2,5mm 8,4 l/min   ~   504,0 l/h 80 cm
6 1,28m 10 Bohrungen a´3,0mm
10,0 l/min   ~   600,0 l/h 60 cm
7 1,28m 10 Bohrungen a´3,5mm
11,0 l/min   ~   660,0 l/h 55 cm
8 1,28m 10 Bohrungen a´4,0mm
11,8 l/min   ~   708,0 l/h
33 cm
9 1,28m 10 Bohrungen a´4,5mm
12,1 l/min   ~   726,0 l/h 20 cm
10 1,28m Auslaufbogen Fluval
11,8 l/min   ~   708,0 l/h 23 cm

 

Nachdem nun die Werte ermittelt waren, stellte sich die Frage, mit welcher Wasserlieferung ich das Becken betreiben wollte.


Mein Aquarium hat  ein Volumen von 720 Litern. Ich wollte innerhalb der als Richtwert für Süsswasser angegebenen 1,5-2 fachen Umwälzung pro Stunde bleiben. Bei meinem Becken war also ein Filterdurchfluß von 1080 – 1440 Liter erforderlich. Dies entspricht pro Pumpe eine Wasserlieferung von 540 - 720 l/h. Um noch genügend Fließgeschwindigkeit (Strömung) zu erreichen,  legte ich mich auf 3,5 mm Bohrungen fest, was einem Durchfluß von 660 l und einer Umwälzung von  1,8 mal pro Stunde entspricht.

Was ich bei meinen Berechnungen jedoch noch nicht mit einbezogen hatte, war dass ich vor jeden Aussenfilter einen kleinen Hamburger Matten Filter schalten wollte. Die Berechnungen nach Vorgaben von Dipl.-Ing. Olaf Deters ergaben, dass die Fließgeschwindigkeit im HMF zu hoch war. Also alles erneut berechnen. Die neue Berechnung ergab, dass bei den von mir gewählten Matten, maximal eine Wasserdurchfluß von 576 l/h zu wählen war.  Um in etwa an den Wert zu kommen, wählte ich einen Lochdurchmesser von 3mm, welches einer Wasserlieferung von 600l/h entspricht. Dadurch komme ich auf eine ~1,7- fache Beckenumwälzung.
Soviel zur Theorie. Alle Berechnungen und Versuche waren gemacht und somit ging es an die Umsetzung in der Praxis. Ich nahm den ersten Filter am Becken in Betrieb. Der Auslauf wurde durch ein 20mm PVC Rohr mit zehn 3mm Bohrungen im Abstand von 4 cm realisiert. Der erste Eindruck von der Strömung war gut. Dann trat jedoch ein nerviges hochfrequentes Pfeifen auf.  Sofort konsultierte ich meine Freunde von Google um das Problem zu lösen, oder zumindest einen Hinweis auf die Ursache zu bekommen. Doch leider Fehlanzeige, mehrere mögliche Begründungen aber keine Lösung.

Also ging ich hin und bohrte die Löcher einfach eine Nummer größer. Das hatte den  Effekt, dass der Pfeifton etwas tiefer klang. Also noch eine Nummer größer. Nun war der Pfeifton fast nicht mehr hörbar, aber auch kaum noch Strömung im Becken.

Wofür all die Versuche und Berechnungen, wenn es in der Praxis doch nicht klappt.Cry


Rohr mit Infusionsschläuchen An meinem nächsten Arbeitstag hatte ich ein Infusionsbesteck in der Hand. Da fiel mir auf, dass der Schlauch einen Innendurchmesser von 3mm hat. Also schnitt ich mir kleine Stücke von ca. 1cm, bohrte die Löcher im Auslaufrohr etwas größer und setzte die Infusionsschlauchstücke ein. Nun konnte ich zufrieden sein. Die Strömung war wie gewünscht und es war kein Ton mehr zu hören.





Fazit:

Der Fluval 404 aus dem Hause Hagen ist durchaus in der Lage die vom Hersteller angegebenen Werte im theoretischen Aufbau zu erreichen. Jedoch in der Praxis unter Verwendung des mitgelieferten Zubehör nicht.

Bei dem von mir gewählten Aufbau, mit vorgeschaltetem Hamburger Mattenfilter, Durchflussreduzierung und selbstgebauten Auslaufrohr, kann ich den Filter jedoch uneingeschränkt empfehlen. Grundsätzlich ist der Fluval 404 ein kostengünstiger, wartungsarmer und zuverlässiger Aussenfilter.