| Aussenfilter Fluval 404 in der Praxis |
| Geschrieben von: Axel | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Es war geplant, ein 50cm Rohr mit 10 Bohrungen, als Auslaufrohr auf der Längsseite des Aquariums, zu verwenden. Meine Bemühungen den Durchfluss und die Stärke des Wasserstrahls zu berechnen, scheiterten kläglich. Also blieb mir nichts anderes übrig, die Werte in praktischen Versuchen zu ermitteln.
Versuchsaufbau
Versuch 1:
Somit wird der von dem Hersteller angegebene Wert fast zu 100% erreicht.
Versuch 2:
Der Versuch zeigte, dass die Pumpe mit meiner Befüllung aus Biomax und HMF Schwamm 93% des vom Hersteller angegebenen Durchflusses erreicht.
Versuch 3:Der Wasserbehälter und der Filter wurden auf das gleiche Niveau gestellt. Der Zulaufschlauch wurde auf 150 cm und der Ablaufschlauch auf 75 cm Länge zugeschnitten. Der Auslauf wurde nicht reduziert.
Der Versucht zeigte, dass die Wassersäule bzw. das Wasservolumen im Schlauch, sowie die Schlauchwand der Pumpe einen Wiederstand entgegensetzt. Mit einem kürzeren Auslaufschlauch ist dieser Wiederstand geringer und die Pumpe erreicht fast die vom Hersteller angegebenen 850 l/h. Dieser Versuch hatte für mich mehr theoretischen Charakter, da der Filter unter dem Becken stehen sollte und somit ein so kurzer Schlauch nicht möglich ist. Deshalb wurden alle weiteren Versuche mit einem Höhenunterschied von 128cm zwischen Filter und Wasserbehälter und einer Länge von 1,5m durchgeführt. Dies entspricht genau dem Abstand zwischen Filter und Beckenoberkante meines Aquariums.
Versuch 4:128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Auslauf wurde nicht reduziert. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.
Mit diesem Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Zu dem Wiederstand im Ablaufschlauch kam jetzt noch der Verlust durch den Höhenunterschied. Jedoch schien gleichzeitig sich der Eingangsdruck im Zulaufschlauch durch den darüber stehenden Behälter zu erhöhen, ( Prinzip der kommunizierenden Gefäße) was sogar zu einer leicht erhöhten Wasserlieferung führte.
Versuch 5:
Das war die erste große Überraschung. Der Hersteller gibt zwar eine Wasserlieferung von 850 l/h an, aber bei dem Aufbau der mitgelieferten Standardteile mit Ansaugrohr und Austrittsstutzen, werden nur 83 % der Herstellerangaben erreicht.
Versuch 6:128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde das 55cm lange Auslaufrohr montiert. Lochdurchmesser 2,5 mm. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.
Versuch 7:128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde das 55cm lange Auslaufrohr montiert. Lochdurchmesser 3,0 mm. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.
Versuch 8:128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde das 55cm lange Auslaufrohr montiert. Lochdurchmesser 3,5 mm. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.
Versuch 9:128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde das 55cm lange Auslaufrohr montiert. Lochdurchmesser 4,0 mm. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.
Versuch 10:128cm Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Filterpumpe. Zulauf- und Ablaufschlauch wurden gleichlang auf 150 cm zugeschnitten. Am Ablaufschlauch wurde das 55cm lange Auslaufrohr montiert. Lochdurchmesser 4,5 mm. Die Messung wurde über 60 s durchgeführt.
Hier die Ergebnisse im Überblick:
Nachdem nun die Werte ermittelt waren, stellte sich die Frage, mit welcher Wasserlieferung ich das Becken betreiben wollte. Mein Aquarium hat ein Volumen von 720 Litern. Ich wollte innerhalb der als Richtwert für Süsswasser angegebenen 1,5-2 fachen Umwälzung pro Stunde bleiben. Bei meinem Becken war also ein Filterdurchfluß von 1080 – 1440 Liter erforderlich. Dies entspricht pro Pumpe eine Wasserlieferung von 540 - 720 l/h. Um noch genügend Fließgeschwindigkeit (Strömung) zu erreichen, legte ich mich auf 3,5 mm Bohrungen fest, was einem Durchfluß von 660 l und einer Umwälzung von 1,8 mal pro Stunde entspricht. Was ich bei meinen Berechnungen jedoch noch nicht mit einbezogen hatte, war dass ich vor jeden Aussenfilter einen kleinen Hamburger Matten Filter schalten wollte. Die Berechnungen nach Vorgaben von Dipl.-Ing. Olaf Deters ergaben, dass die Fließgeschwindigkeit im HMF zu hoch war. Also alles erneut berechnen. Die neue Berechnung ergab, dass bei den von mir gewählten Matten, maximal eine Wasserdurchfluß von 576 l/h zu wählen war. Um in etwa an den Wert zu kommen, wählte ich einen Lochdurchmesser von 3mm, welches einer Wasserlieferung von 600l/h entspricht. Dadurch komme ich auf eine ~1,7- fache Beckenumwälzung.
Soviel zur Theorie. Alle Berechnungen und Versuche waren gemacht und somit ging es an die Umsetzung in der Praxis. Ich nahm den ersten Filter am Becken in Betrieb. Der Auslauf wurde durch ein 20mm PVC Rohr mit zehn 3mm Bohrungen im Abstand von 4 cm realisiert. Der erste Eindruck von der Strömung war gut. Dann trat jedoch ein nerviges hochfrequentes Pfeifen auf. Sofort konsultierte ich meine Freunde von Google um das Problem zu lösen, oder zumindest einen Hinweis auf die Ursache zu bekommen. Doch leider Fehlanzeige, mehrere mögliche Begründungen aber keine Lösung.
Also ging ich hin und bohrte die Löcher einfach eine Nummer größer. Das hatte den Effekt, dass der Pfeifton etwas tiefer klang. Also noch eine Nummer größer. Nun war der Pfeifton fast nicht mehr hörbar, aber auch kaum noch Strömung im Becken. Wofür all die Versuche und Berechnungen, wenn es in der Praxis doch nicht klappt.
Fazit:Der Fluval 404 aus dem Hause Hagen ist durchaus in der Lage die vom Hersteller angegebenen Werte im theoretischen Aufbau zu erreichen. Jedoch in der Praxis unter Verwendung des mitgelieferten Zubehör nicht. Bei dem von mir gewählten Aufbau, mit vorgeschaltetem Hamburger Mattenfilter, Durchflussreduzierung und selbstgebauten Auslaufrohr, kann ich den Filter jedoch uneingeschränkt empfehlen. Grundsätzlich ist der Fluval 404 ein kostengünstiger, wartungsarmer und zuverlässiger Aussenfilter.
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