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Der Victoriasee wurde 1858 von dem britischen Entdecker John Hanning Speke entdeckt und nach der damaligen Königin von England Victoria benannt. 1875 bereiste Sir Henry Morton Stanley den See mit einem Schiff, wobei er ihn einmal komplett umrundete.
Der See befindet sich in der ostafrikanischen Hochebene auf der Grenze der Staaten Tansania, Uganda und Kenia, wovon sein größter Anteil auf Tansania und der zweitgrößte auf Uganda entfällt. Er ist das Überbleibsel eines Sees, der vor vielen Millionen Jahren noch viel größer war, als es seine heutigen Ausmaße erahnen lassen.
Während der Victoriasee im Westen vom Kagera-Nil gespeist wird, befindet sich sein Abfluss im Norden – dies ist der Viktoria-Nil. Weite Strecken seines Ufers werden von ausgedehnten Papyrussümpfen gesäumt.
Mit 68.870 km² ist der Victoriasee der größte See in Afrika und der drittgrößte See der Erde. Damit ist er etwa so groß wir Irland.
Der Victoriasee ist erdgeschichtlich ein sehr junger See. Sein Alter wird auf weniger als eine Million Jahre geschätzt. Vor 14.700 Jahren ist er das letzte Mal komplett ausgetrocknet. Trotz oder wegen dieses geringen Alters hat er einen erstaunlichen Artenreichtum aufzuweisen.
Im Victoriasee gibt es ca. 550 bekannte Fischarten. Demgegenüber leben in ganz Europa nur etwas mehr als 200 Süßwasserfischarten.
Ein großer Teil des Artenreichtums betraf die Buntbarsche. Für die 1970er Jahre schätzte man die Zahl der Buntbarscharten auf etwa 500. Viele Arten waren damals jedoch noch nicht beschrieben oder hatten erst vorläufige Namen erhalten. Jedes Jahr kamen damals neue Arten hinzu. Der bewusst in den 1960er Jahren eingesetzte Nilbarsch vermehrte sich so rasant, das er in den 1990ern immer schneller Buntbarscharten auslöschte, bevor sie wissenschaftlich beschrieben werden konnten. Der Nilbarsch wird heute unter dem Namen Viktoriabarsch im Fischhandel als Speisefisch gehandelt.
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