| Warum Schmetterlingsbuntbarsche? |
| Geschrieben von: Konni |
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Nach Erreichen der Geschlechtsreife hatten alle drei Jungs reges Interesse an der Dame, aber der dominante Rüpel lies den beiden anderen keine Chance an das Weibchen heran zu kommen, und ihr keine Möglichkeit, sich mit den beiden zu befassen. Er jagte sie, wie bei fast allen Buntbarschen üblich, damit sie Laich ansetzt. Eine Balz, wie in der Literatur beschrieben, war nicht zu erkennen. Die Dame war meist dunkel gefärbt und sehr verschreckt. Es kam zur Eiablage auf einer Wurzel, geschätzt ca. 120 Eier, klein wie Stecknadelköpfe aus Metall. Das Gelege wurde von dem Weibchen gut bewacht und befächelt, der Rüpel tat gar nichts. Die Dame wurde bei der Bewachung des Geleges nicht abgelöst, auch nicht wenn es Futter gab. Das Weibchen forderte ihn immer wieder, teilweise sehr deutlich auf, tätig zu werden. Am nächsten Tag begann er eine Grube für die Larven auszuheben, offensichtlich ohne Plan und sehr uneffektiv. Er schubbelte mit dem Bauch über den Kies und schaffte so eine flache, aber breite Vertiefung. Daraufhin hob die Dame direkt neben dem Gelege eine kleine, ca 1,5 cm tiefe Grube aus, indem sie den Kies mit dem Maul aufnahm und damit am Rande der entstehenden Kuhle einen Wall aufschüttete. Nach ca. 44 Stunden bei einer Temperatur von 29°C schlüpften die ersten Jungen. Das Weibchen pickte die Kleinen mit dem Maul von der Wurzel ab und spuckte sie in die vorbereiteten Grube wieder aus. Zwischendurch wiederholte Aufforderungen an den Rüpel mitzuhelfen. Er ließ sich dann dazu herab, über der Grube zu stehen, während sie die Kleinen abpickte und umlagerte. Es waren winzige, hin und her zappelnde Punkte, wir haben sie „schwimmende Augen" genannt. Die Grube schien dem Rüpel nicht zu gefallen, er nahm die Jungfische mit dem Maul auf und transportierte sie zu „seiner" Kuhle. Als alle umgelagert waren, pickte er weiterhin zwischen seiner Brut herum, und wurde dabei heftig von dem Weibchen attackiert. Nicht ohne Grund, denn er fraß seine Kinder einfach auf!!!!!!!! In der Literatur ist zu lesen, dass die Züchter die geschlüpften Jungfische direkt absaugen und separat in einem Becken aufziehen. Die so heran wachsenden Tiere haben also nie erlebt, was elterliche Fürsorge und Brutpflege bedeutet, und können es dann bei ihrer Brut auch nicht anwenden. Das heißt, sie müssen es erst lernen. Und der Rüpel muß noch ne ganze Menge lernen !!!!! Die Dame schwamm ganz aufgeregt zwischen Laichplatz ihrer und seiner Kuhle hin und her und suchte ganz offensichtlich nach ihren Kindern. Am nächsten Morgen sah ich sie dann in Gesellschaft und in den Revieren der beiden anderen Männchen. Der Rüpel blieb in seinem abgesteckten Revier und verteidigte es gegen jeden, der zu nahe kam, seltsamerweise auch gegen die Dame.
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