Besucherzahlen


Besucher heute:26
Besucher gestern:59
Besucher gesamt:107511
Besucherrekord:190

Award 9/2008

gold_fisch09_08

Der nächste Herr, die selbe Dame.....
Benutzerbewertung: / 2
SchwachPerfekt 
Geschrieben von: Konni   

bild1derbunte


bild2diedame

Ich sah sie gemeinsam auf Tour in ihrem Revier, geschlafen wurde eng beieinander.

Nach ein paar Tagen begann der Bunte seine Dame zu jagen. Allerdings lief bei dieser Paarung alles etwas anders ab, als das, was ich zuvor beobachtet hatte. Sie wurde gejagt, aber nicht gescheucht, es war keine Aggression zu erkennen und die Dame war weder verschreckt noch dunkel gefärbt. Sie schwamm kurz davon, kam aber sofort wieder zu dem Männchen zurück. Beide Tiere bekamen zusehends mehr Farbe. Das Männchen schwamm nun immer häufiger kopfruckend auf die Dame zu. Sobald er neben ihr war, ging das Rucken in ein Schütteln über, welches sich über den ganzen Körper fortsetzte. Sie antwortete mit ähnlichen, aber deutlich dezenteren Bewegungen. Beide schwammen eng nebeneinander, berührten sich, drehten sich im Kreis. Meine Schmetterlingsbuntbarsche balzten !!!!

Die Dame nahm an Umfang zu und beide begannen die große Wurzel zu putzen, zuerst flüchtig, überall mal ein bisschen, dann an einer Stelle sehr intensiv. Bei der Dame wurde die Legeröhre sichtbar.

bild3eiablage

Es kam zur Eiablage, vorne links im Becken.

In der Literatur habe ich gelesen, dass Schmetterlingsbuntbarsche immer wieder an der selben Stelle ihre Eier platzieren. Meine Dame scheint Veränderungen zu lieben, ihr vorheriger Laichplatz lag an der Rückseite der Wurzel, hinten in der Mitte.

Die Eier wurden von der Dame sorgfältig kontrolliert und befächelt. Das Männchen verteidigte das Gebiet rund ums Gelege. Wenn es Futter gab, fraß er zuerst, löste dann die Dame bei der Bewachung der Eier ab. Es wurde Blickkontakt hergestellt und blitzschnell die Positionen getauscht. Nachdem die Dame gefressen hatte, kehrte sie zu ihrem Gelege zurück und der Bunte übernahm wieder die Sicherung des Reviers.

Beide Elterntiere hoben mehrere, kleine Gruben aus, indem sie den Kies an einer Stelle mit dem Maul aufnahmen und rund um die entstehende Grube damit einen kleinen Wall aufschütteten. In zeitlich kurzen Abständen wechselten sie sich untereinander ab. Einer war mit dem Grubenbau beschäftigt, der Andere bewachte das Gelege.

Nach ca. 44 Stunden, bei einer Temperatur von 29°C, schlüpften die ersten Larven. Die Dame pickte die Kleinen von der Wurzel ab und spuckte sie in einer der vorbereiteten Gruben wieder aus.

Über dieser Grube hielt der Bunte Wache. Als alle Larven umgepackt waren, übernahm ein Elternteil die Kindergrube, der Andere sicherte die unmittelbare Umgebung.


In der Grube tummelte sich eine große Truppe kleiner, schwarzer Punkte ("schwimmende Augen").
Am Ende des ersten Tages lagerten beide Elterntiere ihre Kinder in eine andere Grube um, indem sie die Kleinen mit dem Maul aufnahmen und transportierten. Das Nachtlager war an der hinteren Seite des Beckens in einer V-förmigen Ausbuchtung der Wurzel, also nach zwei Seiten hin gut geschützt. Die Dame stand über der Grube und der Bunte sicherte die Öffnung des V.


Am nächsten Morgen befanden sich die Kleinen wieder in einer der vorderen Gruben und "wurden" ab diesem Zeitpunkt ständig umgezogen.

Am dritten Morgen schwammen meine beiden Schmetterlingsbuntbarsche durchs Becken und präsentierten stolz und sehr wachsam ihre gesamte Kinderschar.

bild6freischwimmen bild7freischwimmen bild8freischwimmen

In der Literatur ist zu lesen, dass die Babys ab dem Moment, wo sie frei schwimmen, gefüttert werden müssen. Ich startete meinen ersten Versuch mit zu Staub geriebenen Flockenfutter, das ich vorher in Wasser eingeweicht hatte. Durch die Strömung verteilte sich das Futter im ganzen Becken und die Eltern, an solche Art von Futter nicht gewöhnt, führten ihre Kinder ganz schnell aus der Gefahrenzone.

Beim nächsten Versuch füllte ich das eingeweichte Futter in eine Spritze mit einem dünnen Schlauch. Als ich diesen ins Becken tauchte, wurde er so heftig von beiden Eltern attackiert, dass die Kleinen aufgrund der schnellen Bewegungen regelrechte Purzelbäume schlugen. Ich gab eine kleine Dosis Futter frei, die sich zwischen den Kleinen verteilte. Der Bunte griff weiterhin heftig den Schlauch an, aber die Dame, schlaues Mädchen, testete die Futterwolke. Sie ruckte mehrmals kurz mit dem Kopf, was ihre Kinder offensichtlich dazu veranlasste, sich nahe bei Mama zu sammeln. Von ihrer Kinderschar umgeben schwamm sie direkt in die Futterwolke hinein und die Kleinen fingen augenblicklich an zu picken!!!!!

Der Papa war noch eine zeit lang hin und her gerissen, Schlauch bekämpfen oder Familie folgen? Nach mehreren Fütterungen wurde der Schlauch nur noch im Auge behalten, aber nicht mehr angegriffen.

Beide Eltern führten ihre Kleinen, gut beschützt, immer ein kleines Stück weiter durchs Becken und ich hatte große Hoffnungen, dass die Kleinen wachsen würden......

......aber da waren noch der Rüpel und der kleine Feigling.

Der Feigling war auf einmal gar nicht mehr feige und der Rüpel verließ sein so heftigst beschütztes Revier. Beide hatten sozusagen die Serviette umgebunden und zum Halali geblasen.

Trotz größter Wachsamkeit und heftigster Abwehr waren die Dame und der Bunte nicht in der Lage, ihre Kinder erfolgreich zu beschützen. Stündlich reduzierte sich die Anzahl der Babys, am nächsten Tag waren keine mehr da.

Für den Rüpel und den Feigling hatte das Verhalten eine Zwangsräumung zur Folge. Sie sitzen jetzt in einem Welsbecken und hauen sich gegenseitig die Köppe ein, oder versuchen gemeinsam die Welse von "ihrer" Wurzel fern zu halten.

Die Dame und der Bunte haben jetzt bessere Bedingungen, um ihre Kinder aufzuziehen. Mal sehen, ob und was sie daraus machen.